Pierre Schill (links) und Christian Freuding, Inspekteure des französischen und des deutschen Heeres, bei der Unterschrift.
Nach mehreren Übungen erhält die Müllheimer Brigade grünes Licht für ihren Auftrag im Nato-Osten. Der entscheidende Test folgt im Jahr 2027.
Auf dem Weg zu ihrer vollen Einsatzbereitschaft an der Nato-Ostflanke hat die in Müllheim stationierte Deutsch-Französische Brigade eine entscheidende Etappe erreicht. Wie die Brigade mitteilt, unterzeichneten hochrangige Kommandeure die "Anfangsbefähigung". Das bedeutet, dass die Brigade in Übungen nachgewiesen hat, dass sie die grundlegenden Fähigkeiten für den Auftrag und das nötige Rüstzeug besitzt.
Brigade ist bereits voll in Nato-Planungen involviert
Die Regierungen von Frankreich und Deutschland hatten die Brigade vor gut einem Jahr dem Multinationalen Korps Nord-Ost in Stettin unterstellt. Hierbei handelt es sich um ein wichtiges Nato-Hauptquartier, das für den Schutz des östlichen Bündnisgebiets rund um Estland, Litauen, Lettland und Polen zuständig ist – also genau jenes Gebiet, das angesichts der russischen Bedrohung besonders gesichert werden soll. Brigadegeneral François-Xavier Elias sagte im März gegenüber der BZ: "Wir spielen dabei eine wichtige Rolle. In die entsprechenden Übungs- und Planungsszenarien sind wir bereits vollständig eingebunden."
Die Brigade ist nicht für den direkten Kampf an der Front vorgesehen, sondern soll hinter der Frontlinie Nachschub, Truppenbewegungen und Versorgung sicherstellen. Elias betonte jedoch auch: "Wir verfügen über Radpanzer, Infanterie sowie Unterstützungsfähigkeiten, etwa im Bereich der Pioniere oder bei der Artillerie. Wir decken also fast alle Fähigkeiten ab, was im Ernstfall sehr wertvoll sein kann."
In drei Übungen unter der Leitung des Stettiner Korps bewies die Brigade in den vergangenen Monaten ihre Fähigkeiten. Der nächste und alles entscheidende Test folgt im Mai und Juni 2027: Im Rahmen einer Doppelübung müssen die Soldatinnen und Soldaten dann ihre volle Einsatzbereitschaft nachweisen.
Artikel aus der Badischen Zeitung erschienen am 20.07.2026