Reservistenverband zufrieden mit Veteranentag in Bad Krozingen
Beim Veteranentag in Bad Krozingen zeigt sich trotz Hitze: Das Interesse an Bundeswehr und
Reservistenverband wächst. Der Verband registriert mehr Mitglieder und intensive Gespräche.
Sehr heiß war es an diesem Sonntag auf dem Lammplatz in Bad Krozingen. Dorthin hatte der
Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr zum zweiten Veteranentag eingeladen.
Die Hitze war es dann auch, weshalb die Infostände früher abgebaut wurden, denn mit dem
Interesse sei man zufrieden, sagte der hauptamtliche Leiter der Freiburger
Verbandsgeschäftsstelle, Alexander Vögtle. Er organisiert die Reservistenarbeit zwischen
Achern im Norden und dem Hochrhein im Süden. Rund 300 Menschen hätten sich an dem Tag
informiert, sagt er. Aufgrund der Hitze hätten die Organisatoren mit keinem großen Zuspruch
gerechnet, "aber der, der war, war gut", sagt der Koordinator zufrieden. Die Zahl der Besucher
schätzt er anhand der Essensausgabe: "Das DRK war zweimal ausverkauft.
Man muss sagen, es war ein voller Erfolg." Die Reservisten und Angehörigen der Deutsch-
Französischen Brigade in Müllheim, die mit zwei Fahrzeugen vor Ort waren, führten einige
Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern, sagt Vögte.
Die Mitgliederzahl ist in den vergangenen beiden Jahren gestiegen Insgesamt habe sich das
Interesse am Reservistendienst und an der Bundeswehr positiv entwickelt, bestätigt Vögtle
die Beobachtung eines Mitglieds des Verbandes. "Durch die weltpolitische Lage ist die
Bundeswehr und die Arbeit des Reservistenverbands wieder wichtig geworden", sagt
Vögtle, das spüre man am Interesse. In den vergangenen beiden Jahren sei die Zahl der
Mitglieder in der Kreisgruppe Baden-Südwest, die sich über fünf Landkreise erstreckt, um
knapp 300 Mitglieder auf 1275 gestiegen. Dazu gehören Mitglieder aller Dienstgradgruppen
und auch einige Fördermitglieder, also Zivilisten, die nicht in der Bundeswehr gedient haben,
wie es Vögtle erläutert.Für Mitglieder bietet der Reservistenverband verschiedene
Veranstaltungen und Trainingseinheiten an, damit diese in Übung bleiben.
Es gibt also beispielsweise Märsche für die Kondition, Erste-Hilfe-Kurse und Schießtraining in
der Anlage am Rande des Flugplatzes Bremgarten. "Wir sehen uns als Türöffner zur
Bundeswehr, wenn man eine Beorderung eingehen will", sagt Vögtle. Ein beorderter Reservist
wird von der Bundeswehr regelmäßig in einem bestimmten Aufgabengebiet eingeplant.
Gleich nach Ende seines Wehrdienstes habe er sich dem Reservistenverband angeschlossen,
sagt ein Anwesender. Wenn er dann Zeit hat, fragt er bei der Bundeswehr an, ob sie für einen
bestimmten Zeitraum Bedarf an zusätzlichem Personal habe. So nehmen er und andere
Reservisten immer wieder an Übungen oder sonstigen Aufgaben der Bundeswehr teil.
Kritische Stimmen gibt es an diesem Tag keine "Wenn man bei uns Mitglied wird, ist die
Kameradschaft am wichtigsten, denn befördert werden kann man nicht. Dazu braucht man
zwingend eine Beorderung", sagt Vögtle. Sobald aber Reservisten im Dienst sind, Beorderte
oder Mitglieder des Reservistenverbands, sind sie den aktivenSoldaten dem eigenen Rang
entsprechend gleichgestellt. Der Verband kümmert sich um beorderungsunabhängige
Reservistenarbeit, erläutert der Geschäftsstellenleiter. Vögtle: "Jeder kann mitmachen, egal
mit welchem Dienstgrad oder in welchem Alter." Im Gegensatz dazu sind Beorderungen nur
bis zu einem Alter von 65 Jahren möglich. Beorderte Reservisten werden streng von der
Bundeswehr überprüft. "Wir sind wieder voll da integriert, wo wir eigentlich hingehören als
Verband der Reservisten", sagt Alexander Vögtle zufrieden und meint damit sowohl die
Bundeswehr als auch die Gesellschaft. Kritische Stimmen hätte es an diesem Tag keine
gegeben, obwohl eigentlich ein Protest angekündigt gewesen sei.